Dienstreise-Insights: Honduras & El Salvador mit Judith
Viele kennen Honduras und El Salvador kaum als Reiseziele, dabei überraschen beide Länder mit einer beeindruckenden Vielfalt, die weit über bekannte Highlights wie Copán oder die Blumenroute hinausgeht.
Unsere Kollegin Judith berichtet im Interview ausführlich von ihren Eindrücken und Erlebnissen
I: Hallo Judith, du warst jetzt auf Dienstreise in Honduras und El Salvador. Wie kam es dazu?
Judith: Gateway Lateinamerika wurde vom Tourismusministerium in Honduras eingeladen, im Zuge der CATM, dem Central America Travel Market. Wir waren eine internationale Fachgruppe. Die Messe fand in San Pedro Sula, der wichtigsten Handels- und Industriehauptstadt von Honduras statt. Die gesamte Zeit über wurden wir vom Tourismus- Ministerium begleitet. Im Anschluss an die Messe ging es für mich weiter nach El Salvador.
I: Wie lange warst du insgesamt unterwegs und wie sah dein grober Ablauf aus?
Judith: In Honduras war ich ungefähr fünf Tage unterwegs, zudem die Messe von 2,5 Tagen und einem recht dichten Programm mit Hotels, Fincas und Ausflügen in die Natur. Anschließend war ich noch 4 Tage in El Salvador, wobei der letzte Tag schon der Abreisetag am späten Abend war. Der Tag der Anreise war uns freigestellt, sodass ich wegen der langen Distanz bereits am sechzehnten Oktober anreiste. Es wurde für viele Teilnehmende eine Tour durch eine Bierbrauerei angeboten.
I: Was war dein erster Gesamteindruck von den beiden Ländern?
Judith: Sehr positiv. Die Menschen sind unglaublich freundlich und offen. Natürlich trifft man auf viele Leute aus dem Tourismus, die sich stets von ihrer besten Seite zeigen. Jedoch, ist dieses warme Gefühl auf dem Lateinamerikanischen Kontinent zu sein, überall präsent. Beide Länder sind sehr grün und landschaftlich wirklich schön, nur leider sieht man noch relativ viel Müll, vor allem an den Straßenrändern. In El Salvador habe ich zum Beispiel gesehen, dass Menschen die wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden abends im Zentrum von San Salvador Müll aufsammeln. Da tut sich schon etwas.
I: Wie würdest du die Stimmung vor Ort beschreiben, in den Städten und auf dem Land?
Judith: In Honduras hätte ich gern mehr von San Pedro Sula gesehen, eine geplante Stadttour wurde so kurzfristig kommuniziert, dass ich erst im Nachhinein von anderen Teilnehmern davon erfuhr. Somit kann ich wenig zu dieser Stadt sagen. Unser Hotel lag am Stadtrand und die Veranstaltungen wurden überwacht. Wir waren viel in ländlichen Regionen unterwegs und haben uns stark am offiziellen Programm orientiert, so dass ich hauptsächlich die Angestellten in den Hotels und Fincas getroffen habe.
In El Salvador war es anders. Am letzten Tag hat uns eine Agentur, weil ich für Gateway Lateinamerika unterwegs war, eine zusätzliche Gratistour in San Salvador und Umgebung angeboten. Da habe ich dann das Zentrum erlebt und die Leute dort. Ich habe mich zu keinem Moment bedrängt oder unsicher gefühlt. Das liegt sicher auch daran, dass ich begleitet war und Spanisch spreche, das hilft natürlich wenn etwas ist.
I: Viele fragen sich wie sicher eine Reise nach Honduras und El Salvador ist. Wie hast du das persönlich erlebt?
Judith: Ich war am Anfang ehrlich gesagt etwas nervös und habe mich gefragt was mich erwartet. Vor Ort war es dann so, dass mir wirklich das Herz aufgegangen ist. Ich habe mich in dem Rahmen in dem wir unterwegs waren sicher gefühlt. Es sind Länder die gerade erst langsam in den Tourismus hineinwachsen. Generell würde ich immer empfehlen in einer Gruppe oder mit einem Guide zu reisen. Ein strukturierter Ablauf und eine Reiseleitung geben einfach ein anderes Sicherheitsgefühl.
I: Welche Erlebnisse oder Orte sind dir besonders im Gedächtnis geblieben?
Judith: In Honduras auf jeden Fall der Wasserfall von Pulhapanzak. Dieser hat mich ein wenig an die Wasserfälle von Iguazú mit den Regenbögen im Kleinformat erinnert. Der See Yojoa, der größte Binnensee des Landes und die nachhaltige Kakaofinca Luna del Puente, das war landschaftlich sehr schön und inhaltlich spannend.
In El Salvador war es Concepción de Ataco mit den vielen Wandmalereien innerhalb der Blumenroute, das Zentrum von San Salvador, das wir sogar in der Nacht besuchen konnten, und die Workshops die wir dort gemacht haben. Das war alles sehr lebendig und authentisch.
I: Erzähl doch ein bisschen mehr von diesen Workshops in El Salvador.
Judith: Wir haben drei Workshops gemacht die mir besonders im Kopf geblieben sind. Einmal haben wir Pupusas selbst gemacht, diese gefüllten Tortillas bestehend aus Maismehl, Bohnenmus und oder Käse, sind das Nationalgericht in El Salvador. Dann haben wir Indigo Tücher gefärbt und so einen Einblick in das traditionelle Handwerk bekommen. Und wir hatten in jedem Land jeweils eine Kakaotour, wobei wir sowohl in Honduras als auch in El Salvador Kakaofincas besucht haben. Die Fincas waren jeweils sehr unterschiedlich, aber beide sehr spannend. Und die Qualität des Kakaos einmalig.
I: Was sollte man kulinarisch unbedingt probieren wenn man dort unterwegs ist?
Judith: In El Salvador auf jeden Fall Pupusas, am besten frisch zubereitet in einer einfachen Pupuseria. Was mich sehr freut, auch Vegetarier können diese bedenkenlos genießen. In Honduras gibt es eher typische mittelamerikanische Gerichte, viel Bohnen, Reis, Kochbananen und rote Linsen. Die wird dort auch schon zum Frühstück serviert und gegessen. Wer einfache, herzhafte Küche mag, kommt in diesen Ländern wirklich auf seine Kosten.
I: Im Moment bieten wir Honduras und El Salvador ja nur in Kombination mit Guatemala („Grenzenloses Guatemala“ & „Guatemala Intensiv“ mit Copán) an und noch nicht als einzelne Länder bei Gateway. Für welche Art von Reisen eignen sich die beiden Länder deiner Meinung nach?
Judith: Da wir die Länder nach und nach erschließen, würde ich sie im Moment vor allem Reisenden empfehlen in Gruppen oder mit einem Guide zu reisen. Auch wenn die Reisenden bereits über Reiseerfahrung in Lateinamerika verfügen. Denn die beiden Destinationen sind derzeit touristisch noch nicht stark erschlossen.
Es sind geeignete Länder für Menschen die Natur, Kultur und authentische Begegnungen schätzen.
I: Lassen sich Honduras und El Salvador gut mit anderen Ländern kombinieren?
Judith: Ja, sehr gut. Guatemala und Belize liegen sehr nah. Diese vier Länder lassen sich wunderbar verbinden, vor allem über Land, weil die Flüge innerhalb der Region noch recht teuer sind. Man kann dort Karibikküste, Hochland, Vulkane und koloniale Städte sehr schön kombinieren. Und so viel Abwechslung in kurzer Zeit erleben.
I: Wie viel Zeit sollte man einplanen wenn man die Länder kombiniert bereisen möchte?
Judith: Vom europäischen Kontinent aus würde ich mindestens zwei Wochen einplanen, besser sind drei Wochen, wenn man zum Beispiel El Salvador, Honduras und Guatemala miteinander kombinieren möchte. Für Honduras allein finde ich elf bis vierzehn Tage eine empfehlenswerte Reisedauer. Da haben Sie genug Zeit sowohl das Landesinnere als auch die Karibikküste kennenzulernen. Für El Salvador ist auch eine Woche ausreichend, ich würde jedoch wegen der Entfernung mindestens 10 Tage vor Ort planen.
I: Was ist dein persönliches Fazit deiner Dienstreise und beeinflusst sie deine Beratung für unsere Gäste?
Judith: Auf jeden Fall. Ich war auf der Hinreise etwas nervös und bin sehr positiv gestimmt zurückgekommen. Beide Länder würde ich empfehlen, allerdings mit den Rahmenbedingungen die ich eben beschrieben habe. Für mich ist es wichtig, unseren Kunden sagen zu können was Honduras und El Salvador wirklich zu bieten haben. Honduras ist viel mehr als nur Copán und El Salvador viel mehr als die Hauptstadt und die Blumenroute. In El Salvador kann man zum Beispiel an einem Tag von der Pazifikküste über die Städte bis hinauf in die Berge fahren, weil die Distanzen sehr kurz sind. Und in Honduras kann man sowohl das grüne Landesinnere als auch karibische Strände erleben.
I: Gibt es einen Moment der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Judith: Gleich der Empfang. Wir wurden von einer Garifuna Band begrüßt und kurz darauf auch von einer Merengue Band, die viel auf dem Marimbaphon gespielt hat. Diese Musik und die Freude der Menschen haben uns direkt abgeholt. In solchen Momenten habe ich mich dem Land sofort verbunden gefühlt und war sehr dankbar, dass ich diese Reise machen durfte. Sollten Sie Copán besuchen, sollten Sie in jedem Fall einen Abstecher zum Macaw Mountain Bird Park unternehmen. In dieser Vogelauffangzentrum, wo Vögel gerettet, rehabilitiert und wieder freigelassen werden, kommen Sie den ARAS ganz nah. Insgesamt sind die Routen der Maya auf denen wir in beiden Ländern unterwegs waren sehr interessant zu bereisen. Zu guter Letzt, sollten Sie die Chance haben San Salvador zu besuchen, statten Sie der Kirche El Rosario mit den atemberaubenden Buntglasfenstern einen Besuch ab.
I: Danke dir für deine Zeit.
Judith: Danke ebenfalls (lacht)


