Lateinamerika Blog

Peru mit anderen Augen: Unterwegs im Land meiner Herkunft (Teil 1)

Ein Reisebericht von Anghela Priscyla Viza Cumpa

Im Mai 2025 hatte ich die Gelegenheit, Peru einmal auf ganz besondere Weise zu entdecken. Ich selbst stamme aus der Stadt Arequipa im Süden Perus, jedoch begann meine Reise genau am anderen Ende Perus und zwar in Iquitos, mitten im Amazonas-Regenwald.

Im peruanischen Regenwald

Hütten auf Stelzen und ein alter Wasserturm im überfluteten Viertel Belén in Iquitos am Amazonas.

In Iquitos angekommen, hatte ich etwas Zeit mich umzuschauen. Gleich zu Beginn zog mich das schwimmende Viertel Belén in seinen Bann: ein faszinierendes Labyrinth aus Häusern auf dem Wasser. Ich ließ mich treiben zwischen den Kanälen, lauschte dem Leben auf den Planken und staunte über den Alltag, der hier auf den Flößen stattfindet.

Kleiner Affe auf einem Holzgeländer auf der Isla de los Monos bei Iquitos im Amazonasgebiet von Peru.

Ein ganz besonderer Stopp war die „Insel der Affen“. Hier leben gerettete Primaten in einem geschützten Areal, bevor sie wieder ausgewildert werden. Es war bewegend zu sehen, mit wieviel Hingabe sich die Menschen dort um die Tiere kümmern.

Streetfood-Stand auf dem Markt von Iquitos im peruanischen Amazonasgebiet mit traditionell gegrilltem Fleisch und Früchten auf Bananenblättern.

Bevor es tiefer in den Amazonas ging, wollte ich unbedingt etwas ganz Spezielles probieren: Suri – die Larven des Palmenrüsslers! Am Street-Food-Stand wurde aber noch mehr Exotisches angeboten: Tacacho con Cecina (Bananenbällchen mit geräuchertem Schweinefleisch)  und sogar Alligator. Ich habe mich für die Suris entschieden… und was soll ich sagen? Knusprig, nussig, und irgendwie gar nicht so schlimm, wie ich dachte!

Reiseberaterin Anghela im Heliconia Lodge bei Iquitos mit traditioneller Angelrute auf dem Holzsteg über dem Amazonas-Nebenarm.
Holzsteg durch die überfluteten Palmenwälder des Heliconia Lodge bei Iquitos im peruanischen Amazonasgebiet.

In der Heliconia Lodge begann dann mein echtes Regenwaldabenteuer. Ich ging fischen, machte eine Nachtwanderung (inklusive Frosch-Begegnung) und beobachtete rosa Flussdelfine.

Reiseberaterin Anghela zu Besuch bei den Yaguas, einem indigenen Volk des Amazonas.

Mein persönliches Highlight war ein Besuch bei den Yaguas, einem indigenen Volk des Amazonas. Die Yaguas sind bekannt für ihre traditionelle Handwerkskunst, insbesondere die kunstvolle Herstellung von Schmuck, Körben und Kleidungsstücken aus Naturmaterialien wie Palmenfasern und Samen. Ihre kunstvollen Muster und Techniken werden von Generation zu Generation weitergegeben und spiegeln eine tiefe Verbundenheit mit dem Regenwald wider.

Traditionelle Handwerksstände der Yagua im Amazonasgebiet bei Iquitos mit bunten Kunstwerken und Souvenirs unter palmgedeckten Hütten.
Gemeinschaftshaus der Yagua nahe Iquitos im peruanischen Amazonas, besucht von Reisenden während einer kulturellen Begegnungstour.
Traditionelle Handwerksstände der Yagua im Amazonasgebiet bei Iquitos mit bunten Kunstwerken und Souvenirs unter palmgedeckten Hütten.

Wir tanzten zusammen und der Sonnenuntergang über dem Fluss setzte allem die Krone auf – aber ein Sonnenuntergang im Amazonas ist einfach magisch und sollte bei keinem Besuch fehlen.

Auf dem Amazonas bei Iquitos mit Blick auf den Sonnenuntergang über dem weitläufigen Fluss und den dunklen Silhouetten des Regenwaldes.

Buenas noches, selva amazónica.Ein Reisebericht von Anghela Priscyla Viza Cumpa