Von Michele Singh
Ende November war ich auf Dienstreise in Mexiko Stadt. Ich habe mich sooo sehr gefreut, wieder zurück in Mexiko Stadt sein zu dürfen, seit meinem Besuch im letzten Jahr habe ich mich einfach in die Hauptstadt Mexikos verliebt.
Die ersten beiden Tage widmeten wir uns fast ausschließlich Hotelbesichtigungen. Nach einer langen Anreise und einer kurzen Nacht begann der Tag mit einem kleinen Frühstück, bevor wir in den über hundert Jahre alten Salon Tenampa gefahren wurden. Dort empfing uns das Tourismusministerium von Mexiko mit einigen Präsentationen. Im Anschluss trafen wir in einer Art Speed Dating verschiedene Hotels und Agenturen, kurz, knackig und sehr effizient. Am Abend stand eine erste Besichtigung in einem Hostel mit Cocktail auf dem Programm, bevor wir zurück ins Hotel gebracht wurden.
Der nächste Morgen startete mit einer Hotelbesichtigung im Stadtteil Condesa. Danach erkundeten wir Roma und Condesa zu Fuß, spazierten durch Parks, naschten Churros und lauschten unserem Guide, der uns die Geschichte und Besonderheiten der Viertel näherbrachte. Die Tour endete am nächsten Hotel, das wir uns ebenfalls anschauten. Anschließend fuhren wir nach Polanco, das wir ebenfalls zu Fuß erkundeten. In diesem eleganten Stadtteil besichtigten wir zwei Hotels. In einem davon befindet sich im 42. Stock die Präsidentensuite, in der unter anderem Barack Obama genächtigt hat, ein spannender Einblick in die luxuriöse Seite der Stadt. Völlig kaputt, aber voller Eindrücke, kehrten wir abends ins Hotel zurück.
Der dritte Tag begann nach einer Hotelbesichtigung nahe der Paseo de la Reforma mit einem Besuch des Stadtparks Chapultepec, einem der wichtigsten historischen Gebiete in Mexiko-Stadt. In meinem Fotorückblick auf dem Handy stellte ich fest, dass ich auf den Tag genau vor einem Jahr schon einmal hier gewesen war, ein schöner Déjà vu Moment. Im Park sah ich zum ersten Mal die Voladores de Papantla, die Flieger von Papantla, einen prä hispanischen Ritualtanz, der zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO gehört. Vier Männer stürzen sich kopfüber von einem etwa dreißig Meter hohen Mast, um Regen und Fruchtbarkeit für die Erde zu erbitten. Jeder dreht sich dreizehn Mal, zusammen ergibt das zweiundfünfzig Runden, die Zahl des Sonnenkalenderzyklus. Ein spektakulärer Gruß an die Götter und ein Moment, der unter die Haut geht.
Im Anschluss schlenderten wir die Reforma Avenue entlang bis zum nächsten Hotel, inklusive Besichtigung der Präsidentensuite. Danach wartete ein köstliches Essen mit Blick auf die Stadt auf uns, passend begleitet von Champagner, der spektakulär geköpft wurde.
Da das letzte Hotel die Besichtigung gestrichen hatte, konnten wir unverhofft etwas durchatmen. Mit dem Hop on Hop off Bus fuhren wir durch die Stadt, eine willkommene Pause für die müden Füße. Zum Schluss schlenderten wir noch über einen Markt, bevor es zu unserem zweiten Übernachtungshotel in Roma ging. Auch dort wurden wir mit einem kurzen Vortrag und einem gemeinsamen Abendessen empfangen.
Der letzte volle Tag in Mexiko Stadt war angebrochen. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Palacio de Bellas Artes, einem Kunstmuseum mit Werken von Diego Rivera und anderen Künstlern. Leider war es geschlossen, sodass wir es nur von außen bewundern konnten. Weiter ging unser Spaziergang bis zum Zócalo, dem Hauptplatz von Mexiko Stadt. Unterwegs schauten wir uns verschiedene Gebäude und zwei Hotels an.
Wir verließen das Zentrum und fuhren zurück in den Stadtteil Reforma zu einer weiteren Hotelbesichtigung, die mich so positiv überrascht hat, dass ich besonders viele Fotos gemacht habe. Nach einem Cocktail hatten wir kurz Freizeit, perfekt für ein wenig Souvenirshopping. Am Abend aßen wir in einer typischen Taqueria und stopften uns mit Tacos voll, so wie es sich in Mexiko gehört.
Anschließend folgte ein besonderes Highlight, Lucha Libre. Lucha Libre ist für mich der ultimative Ausdruck der mexikanischen Volksseele. Dieses Spektakel ist kein bloßer Sport, sondern eine farbenfrohe, theatralische Kunstform. In Arenen wie der Arena México kulminiert die Energie der Stadt in einem lauten, dramatischen Schauspiel. Die maskierten Luchadores, die als Helden, Técnicos, und Bösewichte, Rudos, auftreten, zelebrieren Akrobatik und Theatralik. Lucha Libre ist ein wichtiges Ventil und Gemeinschaftserlebnis, das die mexikanische Liebe zu Übertreibung, Farben und klar gezeichneten Charakteren widerspiegelt.
Zwischendurch musste ich trotzdem die Augen schließen, weil ich die Schläge kaum ansehen konnte. Schön, es einmal erlebt zu haben, aber noch einmal muss es für mich nicht sein.
Der letzte Tag in Mexiko stand an. Nach dem Frühstück fuhren wir in den Stadtteil Coyoacán, wo Frida Kahlo geboren und aufgewachsen ist. Hier fühlt es sich gar nicht mehr wie eine Millionenmetropole an. Coyoacán ist eine Oase der Ruhe und des Intellekts im Süden der Stadt und pflegt bis heute ihr bohemienhaftes Erbe. Es wirkt wie ein eigenständiges Dorf mit kolonialen Bauten und vielen versteckten architektonischen Juwelen. Die charmanten Häuser, wie das markante Casa Roja, prägen das besondere Flair des Viertels. Es ist ein Ort der Kunst und Geschichte, an dem man die Seele der mexikanischen Boheme auf sich wirken lassen kann.
Nach einem kleinen Spaziergang, unter anderem durch einen Park mit Frida Kahlo Statuen, besuchten wir das Haus und Museum von Frida Kahlo. Es war spannend, die Einrichtung, persönlichen Gegenstände und die Geschichte der Künstlerin zu entdecken.
Anschließend ging es in den nächsten Stadtteil San Ángel. Dort besuchten wir kurz das Museum von Diego Rivera und einen Handwerksmarkt mit Kunsthandwerk und Souvenirs. Zum Abschluss stand unser letztes gemeinsames Essen in einem schicken Restaurant auf dem Programm. Auf dem Weg zum Flughafen legten wir noch einen Stopp an der Basilika von Guadalupe ein, einem wichtigen spirituellen Ort des Landes, bevor es endgültig Abschied nehmen hieß.
Mein Fazit
Mexiko Stadt hat unglaublich viel zu bieten. Neben den großen Sehenswürdigkeiten wie dem Zócalo, der Reforma Avenue mit dem El Ángel oder dem Chapultepec Park findet man an jeder Ecke Kunst und hervorragende Gastronomie. Rund sechzig Prozent der Stadt bestehen aus Grünflächen und Parks, das macht Mexiko Stadt trotz ihrer Größe erstaunlich lebenswert.
Das historische Herz schlägt am lautesten auf dem Rundgang vom Palacio de Bellas Artes zum Zócalo. Diese Achse ist für mich der Inbegriff der mexikanischen Identität. Sie beginnt mit der europäischen Pracht des Bellas Artes und des goldenen Postpalastes, einem Zeugnis des Porfiriato. Von dort führt die belebte Fußgängerzone Madero schnurgerade zur spirituellen und politischen Mitte, dem riesigen Zócalo. Hier dominieren die gewaltige koloniale Catedral Metropolitana und der aztekische Untergrund mit den Ausgrabungen des Templo Mayor.
Das historische Zentrum ist damit wie ein lebendiges Lehrbuch, das an jedem Kopfsteinpflaster die Schichtung von Kulturen und Epochen sichtbar macht. Genau diese Mischung aus Geschichte, moderner Metropole, Kunst, Gastronomie und grünen Rückzugsorten macht Mexiko Stadt für mich zu einer Stadt, in die ich immer wieder zurückkehren möchte und die sich wunderbar für eine individuell gestaltete Reise eignet.
Wenn Sie auch Mexiko Stadt erleben möchten, stellen wir Ihre Reise gern nach Ihren Wünschen zusammen. Mit unserem Reisebaustein Erlebnis Mexiko Stadt entdecken Sie wie Michele die historische Altstadt mit Zocalo, Kathedrale und Regierungspalast, besuchen auf Wunsch die Basilika de Guadalupe und die Ruinenstadt Teotihuacan. Oder Sie kombinieren Ihren Aufenthalt in Mexiko-Stadt mit weiteren kolonialen Städten wie Malinalco & Taxco oder San Miguel de Allende.


















