Mendoza bis Salta: Mein Argentinien-Roadtrip Bericht

Mendoza bis Salta: Mein Argentinien-Roadtrip Bericht

Anfang Juli war unsere Kollegin Giselle mit ihrer Familie Argentinien unterwegs und hat die Mietwagenreise Atacama & Norden Argentiniens in einer verkürzten Variante getestet. In diesem interview teilt Giselle ihr ausführliches Feedback mit wertvollen Empfehlungen und persönlichen Highlights.

Verschneite Straße mit Blick auf die schneebedeckten Anden in der Provinz Mendoza in Argentinien.

Welche Reise hast du gemacht?

Die Reise, die wir gemacht haben, ist eine etwas abgespeckte Version unserer Mietwagenreise Norden Argentiniens & Atacama. Da wir Santiago und die Atacamawüste schon kannten und im Winter gereist sind, haben wir uns dazu entschieden, nur den Argentinien-Teil der Reise von Mendoza nach Salta zu machen.

Wie lang war eure Tour und welche Orte habt ihr besucht?

Wir sind in 10 Tagen rund 2.000 km gefahren. Die reine Fahrzeit betrug 32 Stunden. Unsere Stationen waren: Mendoza, Barreal, El Chiflón, Nonogasta, Cafayate, Cachi, Salta und Purmamarca. Der größte Teil der Strecke war asphaltiert und in sehr gutem Zustand, etwa 20 % führten über Schotterpiste.

Routenübersicht einer Mietwagenreise durch den Norden Argentiniens bis in die Atacama-Region, dargestellt auf einem Smartphone vor einer Berglandschaft, als Teil des Angebots von Gateway Lateinamerika.

Was sollten Reisende bei dieser Tour beachten?

Im südamerikanischen Winter (Juni bis August) kann es passieren, dass die Pässe zwischen Chile und Argentinien kurzfristig schließen. Deshalb würde ich in dieser Zeit nur den Argentinien-Teil der Mietwagenreise empfehlen.
Mietwagen sind in Argentinien meist teurer und kleiner als in Chile. Für diese Reise empfehle ich ein robustes Auto (SUV). Ein T-Cross wäre groß genug für zwei oder drei Personen. Wir waren zu viert und haben deshalb einen Ford Pick-up genommen, da es kein größeres SUV gab. Der Vorteil war der große Stauraum, der Nachteil: Auf einigen Schotterpisten wurden die Koffer trotz Abdeckung staubig. In den Hotels haben wir daher regelmäßig nach Staubwischer und Lappen gefragt. Eine andere Lösung wäre, die Koffer in große Plastiktüten einzupacken.

Geländewagen auf einer sandigen Piste zwischen rötlichen Felsformationen in der Quebrada de las Conchas im Norden Argentiniens.

Was waren deine persönlichen Highlights?

Ein besonders beeindruckendes Erlebnis war der Sternenhimmel in Barreal. Der Ort liegt in der Nähe des Nationalparks Leoncito, wo einer der klarsten Sternenhimmel Argentiniens zu sehen ist. Im Park befinden sich sogar zwei Sternwarten. Untergebracht waren wir in der Posada Paso de los Patos. Diese Unterkunft ist ein wahres Schmuckstück, liebevoll gestaltet und sehr gemütlich eingerichtet. Sie liegt etwas außerhalb des Ortes, was perfekte Bedingungen für die Sternenbeobachtung bietet, und bietet einen wunderbaren Ausblick auf die Anden.

Der Nationalpark Talampaya war für mich persönlich das absolute Highlight der Reise. Die roten Felsformationen sind beeindruckend und der Park gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Auch die Weindegustationen auf Weingütern in Mendoza und Cafayate haben mir sehr gefallen. Die Region Mendoza ist bekannt für ihren Malbec, während Cafayate für den Weißwein Torrontés berühmt ist, der nur in Argentinien angebaut wird. Ein besonders schöner Aufenthalt war die Übernachtung auf dem Weingut El Porvenir in Cafayate. Dort gibt es moderne Bungalows mit Blick auf die Weinberge sowie Zimmer im Estancia-Stil in einem großen Hacienda-Haus. Das Restaurant war ausgezeichnet, mit schönen Sitzmöglichkeiten im Freien und sogar einer Feuerstelle. Die Weinkellerführung und die Degustation waren ebenfalls sehr empfehlenswert.

Sternenreicher Nachthimmel über Barreal nahe dem Nationalpark El Leoncito in Argentinien.
Imposante rote Felsformationen im UNESCO-Weltnaturerbe Nationalpark Talampaya in Argentinien.
Weindegustation mit roten Weinen auf einem Weingut in Mendoza bzw. Cafayate in Argentinien.

Die La Quebrada de Cafayate hat mich mit ihren beeindruckenden roten Felsen begeistert, die eine tolle Kulisse für einen kurzen Spaziergang bieten. Mit etwas Glück kann man dort sogar Kondore beobachten. Auf dem Weg von Cafayate nach Cachi führte uns die Ruta 40 durch die La Quebrada de Las Flechas, eine surreale Landschaft aus scharfkantigen Felsformationen, die wie Pfeilspitzen aus dem Boden ragen. Ein kurzer Spaziergang dort lohnt sich auch hier auf jeden Fall. Zwischen Cafayate und Cachi begegnete ich bis zu zwölf Meter hohen Kakteen, die die Landschaft prägten. Unterwegs konnte ich viele Tiere beobachten, darunter Lamas, Vicuñas, Guanakos und Kondore.

Ein weiteres Highlight waren die Salinas Grandes, die drittgrößte Salzwüste der Welt auf 3.450 Metern Höhe. Die riesige weiße Fläche steht in starkem Kontrast zum oft tiefblauen Himmel. Besonders schön fand ich die Seen Ojos de Agua, in denen sich die Landschaft im Wasser spiegelt. Die Besichtigung erfolgt im geführten Konvoi mit nur wenigen Fahrzeugen.

Zum Abschluss stand der Cerro de 14 Colores auf dem Programm. Er befindet sich auf 4.350 Metern Höhe in der Quebrada de Humahuaca bei Hornocal. Die Anfahrt über die kurvenreiche Schotterpiste hat sich gelohnt, denn der Berg beeindruckt durch seine Farbvielfalt, die durch unterschiedliche Mineralien und Gesteinsschichten entsteht.

Rötliche Felsformationen in der Quebrada de Cafayate im Norden Argentiniens.
Besucherin auf den schimmernden Salzflächen der Salinas Grandes zwischen Jujuy und Salta in Argentinien.
Farbschattierte Gesteinsformationen des Cerro de los 14 Colores bei Humahuaca in Argentinien.

Für wen ist die Mietwagenreise zu empfehlen?

Für Weinliebhaber ist diese Mietwagenreise unbedingt zu empfehlen. Ich habe zwei Weindegustationen auf dem Weingut gemacht, aber auch an jedem Abend zum Essen wunderbare Weine von verschiedenen, teilweise sehr kleinen Weingütern probieren können. Zum Glück darf man vier Liter Wein pro Person von Argentinien nach Deutschland mitnehmen – unsere Koffer waren daher schnell voll ;-). Für erfahrene und gerne fahrende Autofahrer ist diese Reise ebenfalls ideal. Auch für Fans der Panamericana beziehungsweise der Ruta 40, von der ein großer Teil der Strecke auf dieser legendären Route verläuft, ist die Reise ein Erlebnis. Wer beeindruckende Landschaften und einen klaren Sternenhimmel liebt, kommt ebenso auf seine Kosten wie alle, die sich für geologische Formationen und Dinosaurierspuren interessieren. Und natürlich ist diese Tour auch für Genießer eine wunderbare Erfahrung.

Und für wen wäre die Reise eher nicht geeignet?

Weniger geeignet ist diese Mietwagenreise für Menschen, die lange Autofahrten nicht mögen. Auch für Reisende, die sehr aktiv unterwegs sein möchten, ist sie nur bedingt passend, da einige Besichtigungen, wie im Nationalpark Ischigualasto oder in den Salinas Grandes, ausschließlich im Konvoi mit dem eigenen Fahrzeug erfolgen.

Wie ist dein abschließendes Resumee?

Wir haben in kurzer Zeit unzählige Highlights entdeckt und sind immer noch total begeistert! Die verkürzte Mietwagenreise durch den Norden Argentiniens hat mir gezeigt, wie vielfältig und eindrucksvoll diese Region ist: von spektakulären Landschaften über charmante Unterkünfte bis hin zu unvergesslichen Wein- und Naturerlebnissen. Wer gerne Auto fährt, neue Eindrücke sammelt und sowohl Ruhe als auch Abenteuer schätzt, wird auf dieser Route garantiert auf seine Kosten kommen.

Wenn Sie ebenfalls eine dieser Argentinien-Reisen unternehmen möchten, gestalten wir diese gerne individuell für Sie – mit maßgeschneiderter Routenführung, sorgfältig ausgewählten Unterkünften und flexibel anpassbaren Programmpunkten.

Pick-up im verschneiten Andenvorland auf einer winterlichen Strecke in der Provinz Mendoza in Argentinien.
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