Auf Weihnachtsbesuch in Peru: So schön ist Arequipa im Winter

Auf Weihnachtsbesuch in Peru: So schön ist Arequipa im Winter

von Anghela Priscyla Viza Cumpa

Ich habe Weihnachten bei meiner Familie in meiner Heimatstadt Arequipa verbracht, mit Sonne im Gesicht, vertrauten Straßen und ganz vielen Erinnerungen, die sofort wieder da sind. Aber ich war nicht nur zu Hause: Zwischen festlich geschmückter Altstadt und spontanen Ausflügen ins Umland ging es bis hoch in die Vulkanlandschaften von Moquegua.

Plaza de Armas in Arequipa, Peru, mit steinernem Brunnen, Palmen und historischer Kolonialarchitektur unter blauem Himmel.
Koloniale Kirche auf der Plaza de Armas in Arequipa, Peru, mit barocker Fassade und traditioneller, weihnachtlicher rot-grüner Dekoration.

Arequipa zu weihnachten – festlich und sonnig

Arequipa ist an Weihnachten immer richtig schön geschmückt. Auf der Plaza wirkte alles noch heller als sonst, mit dem blauen Himmel, den Palmen und dem Brunnen, der leise geplätschert hat. In der Mitte stand ein großer Weihnachtsbaum und rundherum haben Lichter und Deko die ganze Altstadt festlich gemacht. Auch die Kirchenfassaden waren dekoriert, mit großen Stoffbändern und Farben, und dadurch hatte die Stadt sofort dieses besondere Weihnachtsgefühl, aber trotzdem ganz typisch Arequipa, sonnig und ruhig zugleich.

Kollegin Anghela neben übergroßer Panetón-Werbetafel von D’Onofrio auf einem öffentlichen Platz in Peru mit traditioneller Weihnachtsdekoration im Hintergrund.
Schon am Anfang war klar, mein Lieblingskuchen zu Weihnachten darf nicht fehlen: das Panetón. Er hat italienische Herkunft, da die Italiener ihn nach Peru mitgebracht haben und bei uns ist er an Weihnachten einfach ein Muss. Ich liebe ihn total, besonders wenn man ihn teilt, mit der Familie, mit Freunden, am besten mit einer heißen peruanische Schokolade und ganz viel Weihnachtsstimmung.

Kollegin Anghela in einem Souvenirgeschäft in Peru mit bunten Alpaka-Figuren und traditionellem Kunsthandwerk aus den Anden.
Und wenn man schon in meiner Region ist, dann sieht man es sofort, hier gibt es viele Alpacas. In Arequipa findet man überall Souvenirs mit Alpacas und natürlich auch Alpaca Kleidung. Die ist richtig gut für den Winter, warm, weich und irgendwie fühlt es sich an, als würde man ein Stück Peru mit nach Hause nehmen.
Kollegin Anghela auf einem steinernen Brunnen auf der Plaza de Armas in Arequipa, Peru, umgeben von Palmen und kolonialem Stadtambiente.
Natürlich war ich auch auf der Plaza Yanahuara. Dort ist es jedes Mal wieder ein kleiner Postkartenmoment. Das Licht ist so weich, die Stimmung so ruhig, und man spürt einfach, wie besonders Arequipa ist.

Krippen und spirituelle Orte

Kollegin Anghela neben einer traditionell andinen Weihnachtskrippe in Peru mit handgefertigten Figuren, Weihnachtsbaum und Berglandschaft im Hintergrund.
Was ich an Weihnachten besonders liebe, sind die Krippen. Die Krippe ist bei uns wirklich der Grund fürs Weihnachtsfest. Man kann so viele Krippen finden, und die Leute besuchen sie gerne als Familie. Man schaut sich alles an, bleibt stehen, macht Fotos zusammen und nimmt diese Erinnerung einfach mit.


Kollegin Anghela vor einer gelbfarbenen Kirche in Arequipa, Peru, mit Palmen und kolonialer Architektur im warmen Abendlicht.
Kollegin Anghela auf einer Parkbank in Miraflores, Lima, Peru, neben farbenfrohen Figuren wie Condorito an der belebten Küstenpromenade.


Ein richtig schöner Ausflug war auch nach Barranco. Es gibt eine neue Brücke zwischen Miraflores und Barranco, und man kann zu Fuß rübergehen. Der Weg lohnt sich total, vor allem am Abend. Die Sonnenuntergänge dort sind wunderbar. Und auf dem Weg habe ich Condorito gefunden. Kennt ihr Condorito? 🙂 Er ist eine berühmte Comicfigur aus Lateinamerika, genauer gesagt aus Chile. Er ist ein frecher kleiner Kondor, der in kurzen Alltagsgeschichten immer wieder für lustige Situationen sorgt. Viele kennen ihn auch wegen seines typischen Ausrufs „Plop!“, wenn jemand völlig baff ist.

Reiseexpertin Anghela mit Sonnenhut auf einem Weg bei Arequipa mit Blick auf den Vulkan Misti und die grüne Landschaft im Morgenlicht.
Und ja, ich bin am Fuß eines Vulkans geboren. Hinter mir war der Vulkan Misti, und das ist jedes Mal wieder ein besonderes Gefühl. Diese Vulkane haben durch ihre Ausbrüche die Felder so fruchtbar gemacht. Wenn man darüber nachdenkt, ist es irgendwie verrückt, diese Kraft kann gefährlich sein, aber sie schenkt auch Leben.
Blick durch einen Torbogen in einen ruhigen Klosterhof in Arequipa mit Blumenbeeten, Zypressen und einem Brunnen in der Mitte.
Einer der ruhigsten Orte, die ich besucht habe, war das Kloster La Recoleta in Arequipa. Es ist dort so still, fast als würde die Zeit langsamer laufen. Das Kloster bewahrt so viel Wissen in der Bibliothek, und diese Bücher haben den Missionaren geholfen, die in den Regenwald in Peru gegangen sind. Drinnen gibt es sogar Tiere aus Amazonien, die von den Missionaren mitgebracht wurden. Und es gibt auch Informationen über Kulturen aus der Zeit vor den Spaniern. Das fand ich richtig spannend.

Ruta del Sillar – Geschichte der Steinarchitektur

Anghela vor dem steinernen Willkommensschild der Ruta del Sillar bei Arequipa mit großen Schriftzügen und Skulpturen aus hellem Tuffstein.
Und natürlich durfte die Ruta del Sillar nicht fehlen. Dort sieht man, woher das Material für den Bau der Stadt Arequipa kam. Dieser Tuffstein heißt eigentlich Ignimbrit, aber wir nennen ihn einfach Sillar. Die Steinmetzen bearbeiten dieses Material seit vielen Jahrhunderten bis heute. In der Cantera, also in der Steinschlucht, kann man richtig schöne Fotos machen, weil es dort modellierte Skulpturen gibt.

Felswand aus roséfarbenem Sillar Tuffstein bei Culebrillas mit eingravierten Linien und Geoglyphen in der Schlucht.
Mit dem Besuch der Ruta del Sillar kann man auch Culebrillas sehen. Das ist ein Serpentinenweg aus roséfarbenem Tuffstein, ungefähr 20 Minuten zu Fuß. Am Ende gibt es ein Kreuz, das wie von der Schlucht selbst geformt wirkt. Dort kann man auch Geoglyphen der Wari Kultur finden, zum Beispiel wie auf meinem Foto die Schlange.
Anghela auf einem Quad auf dem Salzsee Salinas y Aguada Blanca bei Arequipa mit weißer Salzfläche, weiter Bergkulisse und wehender Peru Flagge.
Und dann gab es noch einen Ausflug, den ich wirklich nicht vergessen werde, zur Salinas y Aguada Blanca. Er ist natürlich kleiner als der berühmte Uyuni Salzsee in Bolivien, aber man kann dort trotzdem wunderschöne Fotos machen. Wir sind Quad gefahren und die Ausblicke waren einfach unglaublich, überall diese weite Landschaft und rundherum Vulkane, als wäre man in einer anderen Welt.

Vulkane und heiße Quellen in Moquegua

Nach dem Ausflug in der Salzwüste und unserer Quadfahrt ging es nach „oben“ in die Region Moquegua im Süden Perus, mit weitem Blick und typischem Anden Klima. Mit etwas Glück kann man hier auch Andenhasen sehen, und ganz in der Nähe ist der „Mini Vulkan von Logen“, eine steinerne Formation, die mit Lehm und Sand bedeckt ist und wie ein kleiner Vulkan geformt ist. Er ist etwa vier Meter hoch und liegt auf einer Fläche von rund 25 Quadratmetern. Das Besondere ist seine ungewöhnliche Form, die sogar in der Schneesaison sichtbar bleibt, wenn er von einer weißen Schicht bedeckt ist und dadurch besonders schön aussieht.

Anghela am Eingangsschild der Comunidad Campesina Logen in Moquegua mit weiter Hochanden Landschaft im Hintergrund.
Mini Vulkan von Logen bei Matalaque als kleine, vulkanförmige Lehmerhebung in der kargen Andenlandschaft.

Dort haben wir in einer warmen Wasserquelle mit Schwefel gebadet, das soll richtig gut für die Haut sein. Und das Verrückte ist, man badet dort auf über 4000 Metern Höhe. Am Anfang war es ganz schön anstrengend, weil man die Höhe sofort merkt, aber nach einer Weile gewöhnt sich der Körper und dann fühlt es sich einfach nur toll und reinigend an.

Anghela in Poncho und Sonnenhut in der Hochandenlandschaft bei Logen in Moquegua mit weitem Blick auf trockene Puna Vegetation und Berge unter blauem Himmel.

Das waren meine Weihnachtstage in Arequipa. Viel Zeit mit der Familie, viel Sonne, ein bisschen süß mit Panetón – und dazu diese besonderen Momente, die man nur hier findet. ¡Adiós, Perú!

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