Damaris unterwegs in Peru und Chile

Damaris unterwegs in Peru und Chile

Reisebericht von Damaris Leistner

Zurückgekommen aus Peru und Chile wirken die vielen Eindrücke noch nach und ich brauchte eine Weile, um sie zu sortieren und zu verarbeiten. Meine Reise begann in Perus Hauptstadt. Von Lima ging es die peruanische Pazifikküste hinunter nach Paracas und anschließend weiter über Santiago de Chile bis in die Atacama, und am Ende ganz hinab nach Patagonien. Die Wechsel zwischen den Landschaften waren teilweise ziemlich extrem: an einem Morgen stehe ich noch zwischen dampfenden Geysiren auf über 4.000 Metern, ein paar Tage später bei Wind und Wetter vor einem Gletscher im Süden Chiles. Im Folgenden nehme ich euch mit, in der Reihenfolge, in der ich die einzelnen Stationen erlebt habe.

Schmelzendes Eisstück auf einem Holzgeländer mit Gletscher und schneebedeckten Bergen im Fjord vor Puerto Natales in Patagonien, Chile

Peru: Ab in die Hauptstadt

Mein Start war Lima – kaum gelandet, ging es auch schon mitten in den Trubel der Hauptstadt. Das passt zu Lima eigentlich ganz gut, denn die Stadt hat ein Tempo, dem man am besten gleich folgt. Sie ist Südamerikas einzige Hauptstadt direkt am Pazifik und gilt als das Herz Perus. Man merkt schnell, warum: Auf wenigen Quadratkilometern wechseln sich Kolonialarchitektur, das moderne Miraflores und die für Lima so typische Mischung aus Großstadttrubel und Pazifikbrise ab. Mein heimliches Highlight war dann allerdings ganz untouristisch: der Parque Kennedy in Miraflores, der überall von Straßenkatzen bevölkert wird. Gefühlt findet man hier an jeder Ecke einen neuen flauschigen Freund, und ich habe mich definitiv eine Weile dort verloren.

Pinkfarbene Hausfassade mit dem Schriftzug „La vida es un carnaval" und türkisem Schmiedeeisenfenster in Lima, Peru
La vida es un carnaval – diesen Satz habe ich auf einer pinkfarbenen Hausfassade gelesen, und er hat den Vibe meiner ersten Tage in Lima ziemlich gut zusammengefasst.
Damaris bei einem Paramotor-Tandemflug über der Pazifikküste in Miraflores, Lima
Paramotor-Tandemflug über der Pazifikküste in Miraflores, Lima

Ein Erlebnis, von dem ich vermutlich noch lange zehren werde, war ein Flug mit dem Paramotor über die Küste. Aus der Vogelperspektive sieht man die Brandung des Pazifiks, den langen Strand und die moderne Skyline von Miraflores nochmal ganz anders – Wer die Gelegenheit hat und schwindelfrei ist, sollte sich unbedingt auf dieses Erlebnis einlassen!

Peru: Oasen und Wüsten

Von Lima ging es danach weiter nach Süden, mit Stationen in Huacachina, Ica und schließlich Paracas. Huacachina ist eine echte Naturoase mitten in gigantischen Sanddünen und gleichzeitig der Hotspot für Buggy-Touren und Sandboarding. Auf dem Dach eines Can-Am Buggys habe ich mich auf einer Düne kurz wie ein Transformer in der Wüste gefühlt :). Ein eher unerwarteter Zwischenstopp war der Bosque de Pecanas, mitten in der Pekannuss-Ernte. Dort hatte ich die Gelegenheit, meine erste selbst gefundene Nuss direkt vor Ort zu probieren: klein, frisch, überraschend süß. In Ica stand außerdem eine Pisco-Verkostung auf dem Programm. Pisco ist der peruanische Nationalspirit und in jeder denkbaren Variante zu haben. Ach ja, und ein Wort noch zur allgegenwärtigen Inca Kola: Sie ist in ganz Peru extrem beliebt – aber, ganz ehrlich, ich finde sie gar nicht lecker.

Damaris mit Helm und roter Fahne auf dem Dach eines Can-Am Buggys in den Sanddünen von Huacachina, Peru

Eines der ökologischen Highlights Perus ist das Nationalreservat von Paracas, in dem trockene Wüstenlandschaft und die Sandstrände des Pazifiks direkt aufeinandertreffen. Durch diesen Kontrast entsteht eine enorme Artenvielfalt. Man hat fast das Gefühl, in einem einzigen Tag zwei verschiedene Naturräume zu durchqueren.

Beim Geoglyph El Candelabro ist die Bedeutung übrigens bis heute nicht eindeutig geklärt. Vermutet wird, dass die riesige Figur im Sand ein Orientierungszeichen für die Seefahrt war.

Geoglyph El Candelabro in einem Sandhügel im Nationalreservat Paracas, Peru, mit fliegenden Seevögeln über der Wüstenlandschaft
El Candelabro
Felsformation mit natürlichem Torbogen an den Ballestas-Inseln vor der Küste von Paracas, Peru
Ballestas-Inseln
Damaris am Strand mit moosbewachsenen Felsen und Klippen im Nationalreservat Paracas am Pazifik, Peru
Nationalpark

Ein absolutes Muss war für mich die Bootstour zu den Ballestas-Inseln. Oft auch das „Galápagos Perus“ genannt, weil die Artenvielfalt hier wirklich beeindruckend ist. Hier tummeln sich Seelöwen, Pelikane, Pinguine und Kormorane – und das ist nur ein Teil der Tierwelt. Diese Mischung aus Wüste, Pazifik und Tierwelt auf so engem Raum war für mich der perfekte Abschluss meiner Tage in Peru. ¡Adiós, Perú! Voller Vorfreude ging es weiter nach Chile, wo als Nächstes Santiago auf mich wartete.

Chile: Von Santiago in die Atacama

In Santiago wurde ich direkt mit einem Statement empfangen, dem Ausblick vom Gran Torre Santiago. Mit seinen rund 300 Metern ist er aktuell der höchste Wolkenkratzer Südamerikas. Von dort oben hat man die Millionenmetropole bis hin zu den Anden im Blick. Bei der anschließenden Stadtrundfahrt ist mir besonders das Monumento a los Pueblos Indígenas an der Plaza de Armas hängen geblieben. Das Denkmal, welches an die indigenen Wurzeln Chiles erinnert. Santiago wirkt auf mich wie eine Stadt voller Kontraste, zum einen modern und kosmopolitisch, aber gleichzeitig auch historisch sehr verwurzelt.

Der Gran Torre Santiago, mit rund 300 Metern höchster Wolkenkratzer Südamerikas, in Santiago de Chile
Damaris auf der Aussichtsplattform des Gran Torre Santiago mit Panoramablick über Santiago de Chile
Monumento a los Pueblos Indígenas mit steinerner Skulptur eines indigenen Gesichts an der Plaza de Armas in Santiago de Chile

Wüstenstille

Aus der Metropole ging es direkt in die Stille der Atacama-Wüste. Den Auftakt bildete das legendäre Valle de la Luna, das Mondtal, mit seinen bizarren Salz- und Gesteinsformationen und riesigen Sanddünen. Besonders zum Sonnenuntergang verfärben sich die Felsen in leuchtende Rot- und Lilatöne – ein Moment, an dem man am liebsten einfach nur stehen bleibt.

Vulkan Licancabur und Wüstenlandschaft der Atacama im Abendlicht bei San Pedro de Atacama, Chile

Am nächsten Tag fuhren wir weiter in den Salar de Atacama, Chiles größte Salzebene. In der Laguna Chaxa konnte ich Flamingos aus nächster Nähe beobachten, und das vor einer Vulkankulisse, bei der einem die eigene Reise selbst manchmal surreal vorkommt. Noch früher klingelte am Morgen darauf der Wecker, denn es ging zu den El Tatio Geysiren auf über 4.000 Metern. Das Dampfspektakel bei Sonnenaufgang ist jede Minute Schlafentzug wert, versprochen. Etwas geerdeter und langsamer wurde es danach bei einer Lama-Wanderung durch die Wüste. Die Tiere strahlen eine unglaubliche Ruhe aus und sind dazu noch seeehr fotogen. Den Abschluss eines langen Tages bildete eine Astronomie-Tour: Der Himmel über der Atacama ist so klar, dass man die Milchstraße fast anfassen kann. Was für ein Tag!

Dampfende El Tatio Geysire auf über 4.000 Metern in der Atacama-Wüste, Chile
Damaris bei einer Lama-Wanderung in der Atacama-Wüste mit Vulkankulisse im warmen Abendlicht

Mein absolutes Lieblingsquartier auf der ganzen Reise war das Our Habitas Atacama. Die Lodge fügt sich perfekt in die raue Landschaft ein, und mein persönlicher Favorit war das „wooden gym“. Dabei handelt es sich um ein komplett selbst kreiertes Outdoor-Fitnessstudio aus Holz, mitten in der Wüste… mehr Motivation geht nicht! Den letzten Tag in der Atacama habe ich im Rainbow Valley (Valle del Arcoíris) verbracht. Der Name ist Programm: Die Berge leuchten hier in unglaublichen Rot-, Grün- und Weißtönen, und dieser Anblick war für mich ein Wahnsinns-Abschluss, bevor es wieder Koffer packen hieß, weiter nach Patagonien.

Patagonien: Gletscher, Türme und Fin del Mundo

Schon der Anflug auf Patagonien war ein Erlebnis für sich, mit Aussicht auf den Torres del Paine von oben. Kurz vor Sonnenuntergang erreichte ich Puerto Natales, das Tor zum südlichen Patagonien, wo mich die bunte Markthalle am Hafen und der weite Blick über den Seno Última Esperanza sofort eingefangen haben. Am nächsten Morgen ging es mit dem Boot und später zu Fuß tief hinein in die Fjorde zu den Gletschern Balmaceda & Serrano. Eine absolut empfehlenswerte Wanderung mit Wasserfällen, smaragdgrünem Wasser und einer Stille, die man hier unten besonders intensiv spürt!

Wasserfall an einer moosbewachsenen Felswand mit smaragdgrünem Wasser im Fjord auf dem Weg zum Gletscher Balmaceda in Patagonien
Damaris mit Whiskey on the Rocks auf dem Boot vor dem Gletscher Balmaceda mit Bergpanorama und Gegenlicht in Patagonien

Als Abschluss gab es an Bord noch einen Whiskey on the Rocks – und zwar wortwörtlich, mit Eis direkt vom Gletscher.

Nationalpark Torres del Paine

Das Herzstück des chilenischen Teils von Patagonien ist der Nationalpark Torres del Paine. Er ist berühmt für seine markanten Granittürme, türkisblauen Lagunen und gigantischen Gletscher. Die drei Türme zum Sonnenaufgang zu sehen, war einer dieser Momente, in denen mir kurz die Worte gefehlt haben; die Landschaft ist hier einfach surreal schön. Beeindruckt hat mich auch der Salto Grande, einer der gewaltigsten Wasserfälle im Park, und ja, ich habe tatsächlich fliegende Kondore beobachten können. Wenn diese Vögel mit ihrer riesigen Spannweite über einem kreisen, fühlt man sich auf eine ganz schöne Art klein.

Die drei Granittürme des Torres del Paine mit schneebedeckten Gipfeln und Vorgebirge in Patagonien, Chile

Mein persönlicher Tipp für Genießer ist das Hotel del Paine: das erste Licht des Tages direkt auf dem Paine-Massiv vom Bett aus zu erleben, ist für mich der Inbegriff von patagonischem Reise-Luxus. Ein letzter, sehr besonderer Stopp führte uns auf die Estancia Tierra de Ovejeros, wo ich gelernt habe, wie in Patagonien Wolle produziert wird, vom Schaf bis zum fertigen Garn. Danach gab es ein fantastisches Essen in uriger Atmosphäre, mit dem Knistern des Holzfeuers im Hintergrund – genau die Art von Erlebnis, die diese Region für mich ausmacht.

Damaris im Selfie an einem mit Aufklebern verzierten Aussichtspunkt mit Blick auf das Bergmassiv des Torres del Paine in Patagonien
Damaris am Eingangsschild des Parque Nacional Torres del Paine mit verschneiten Bergen im Hintergrund in Patagonien, Chile

Chile adiós! Das war sicher nicht mein letzter Besuch am „Fin del Mundo“.

Peru und Chile individuell erleben

Wenn auch Sie diese Vielfalt erleben möchten – von der Pazifikküste Perus über die Atacama-Wüste bis nach Patagonien – planen wir Ihre individuelle Reise passend zu Ihren Wünschen. Ob als klassische Peru-Reise, als Chile-Reise oder als einzelne Reisebausteine wie Paracas & Ballestas, Atacama oder Torres del Paine – wir setzen Ihre Reise so zusammen, dass alle Stationen perfekt ineinandergreifen.

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