Amazonas-Kreuzfahrt auf dem Zaltana-Riverboat
Reisebericht von Anghela Viza Cumpa
Brasilien war für mich lange eine Land voller Power & Lautstärke: Rio, Sambatrommeln, Karneval, Menschenmengen. Dann stand ich auf dem Oberdeck der Zaltana, irgendwo im Amazonasgebiet, und die laute Version von Brasilien war plötzlich sehr weit weg. Von Manaus, der Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas, ging es für mich mitten in den Dschungel: vier Tage an Bord des Zaltana Riverboats auf dem Rio Cuieiras. Eine Reise, die ich so schnell nicht vergessen werde.
Manaus: Eine Stadt im Amazonas, die überrascht
Los geht es in Manaus. Die Stadt bedient das laute Brasilien noch einmal in voller Breite. Sie ist groß, heiß, hupend, und dabei dennoch überraschend schön. Schon die Fahrt durch die Stadt zeigt, worum es hier geht: Auf engstem Raum stehen die moderne Großstadt und die Wurzeln des Regenwaldes hier nebeneinander.

Im Zentrum ist das Monumento à Abertura dos Portos das erste, was mich aufhält. Es ist ein Denkmal, welches an die goldene Ära des Kautschuk-Booms erinnert, als Manaus für kurze Jahrzehnte eine der reichsten Städte Südamerikas war. Direkt daneben steht das Teatro Amazonas: Von außen ein rosafarbener Renaissancebau, der hier mitten im Dschungel absolut fehl am Platz wirkt, von innen prunkvoll und überwältigend. Fast alle Materialien wurden aus Europa importiert: Kacheln aus Deutschland, Marmor aus Italien, Glas aus Frankreich.


Auf dem Mercado Municipal Adolpho Lisboa fällt mir sofort die Boto-Seife auf. Sie ist wunderhübsch verpackt, überall prangt der rosa Flussdelfin. Der Boto-Mythos gehört zum Amazonas wie der Fluss selbst: Nachts soll er sich in einen eleganten Mann verwandeln, bei Festen unter die Tanzenden mischen, Frauen verführen und dann bei Sonnenaufgang wieder im Fluss verschwinden.
Untergebracht waren wir während unseres Aufenthalts im Hotel Villa Amazônia. Dieses hat großzügige Zimmer, einen Pool, und ist überraschend grün. Ein ruhiger Gegenpol zur geschäftigen Stadt.

Vier Tage an Bord der Zaltana
Am nächsten Morgen gehen wir früh an Bord der Zaltana. Es ist der Startschuss für meine viertägige Flusskreuzfahrt. Das Schiff ist aus Stahl, liegt ruhig auf dem Wasser und ist aktuell das modernste seiner Klasse auf dem brasilianischen Amazonas. Die zehn Panorama-Kabinen sind komfortabel, mit Klimaanlage und bequemen Betten. Es ist eine gute Mischung: Kein Campingabenteuer, aber auch kein steriles Kreuzfahrtschiff.
Kurz nach dem Ablegen geht es zunächst flussabwärts, zum Encontro das Águas, dem Zusammenfluss von Rio Negro und Rio Solimões. Das dunkelbraune Wasser des Rio Negro trifft auf das gelblich-trübe des Solimões, und beide fließen für Kilometer nebeneinander, ohne sich zu vermischen. Der Unterschied in Temperatur und Zusammensetzung ist so groß, dass die Wasser sich abstoßen. Wer das sieht, glaubt es kaum.

Das Essen an Bord ist von Anfang an ein Erlebnis: Feijoada mit regionalen Zutaten, Säfte aus Palmfrüchten, Tapioka in vielen Variationen. Am ersten Abend saßen wir alle zusammen auf dem Wasser, Gläser in der Hand, der Dschungel dunkel am Ufer.

Rio Cuieiras: Kein Stress, keine Eile
Tiefer im Rio Cuieiras verändert sich das Tempo. Keine Stadt, keine Hektik. Auf dem Deck der Zaltana, die brasilianische Flagge im Wind: Ich bin verliebt in dieses Schiff. Und dann ist da diese Stille, die man kaum beschreiben kann. Kein Motor, kein Verkehr, keine Stimmen. Nur Vögel, Frösche und Wasser, das gegen den Rumpf schwappt. Nach Manaus fühlt sich das an, als hätte jemand den Ton der Welt neu eingestellt.
Das Programm war vielfältig, ohne zu hetzen: Kajak fahren, im warmen Flusswasser schwimmen, am Sandstrand entlangspazieren. Auf einer geführten Wanderung durch den Regenwald zeigte uns unser Guide einen Kautschukbaum mit seinem weißen Milchsaft. Und gleich daneben, perfekt getarnt in der Baumrinde, eine Stabheuschrecke, die man erst beim zweiten Hinsehen erkennt. Der Regenwald riecht nach feuchter Erde, ist laut, und überall bewegt sich etwas. Man muss nur langsam genug werden.
Eindrucksvoll auch die Açaí-Beeren-Ernte: zu sehen, wie jemand mit bloßen Händen einen Palmenschaft hinaufklettert, gibt dem Smoothie zuhause eine ganz andere Bedeutung.
Zu Besuch bei den Flussfamilien
Der eindrücklichste Teil der Reise: der Besuch bei den ribeirinhos, den lokalen Flussfamilien der Tukano. Sie zeigen uns ihr Gebiet, erklären ihre Lebensweise und die Bedeutung des Amazonas für sie. Sie sind eng mit dem Ökosystem Amazonas vernetzt.
Eine Frau demonstriert uns, wie aus Maniok Tapioka hergestellt wird: reiben, pressen, backen auf der heißen Eisenplatte. Gefüllt mit Käse, Butter oder Cupuaçu ein absoluter Genuss. Dazu frisch geknackte Paranüsse und die Erklärung, wie aus lokalen Pflanzen sogar Shampoo gemacht wird. Uraltes Wissen, das seit Generationen weitergegeben wird.


Tierwelt: Was der Dschungel bei Nacht zeigt
Tagsüber fliegen Papageien über den Fluss, und hoch im Blattwerk schläft ein Faultier. Nachts auf einer Nachttour im Motorboot leuchteten die Augen von Brillenkaimanen und schwarzen Kaimanen aus dem Wasser. Und einmal, am Ast eines Baumes direkt am Ufer, sehe ich eine weiße Schlange, aufgerollt, leuchtend hell in der Dunkelheit. Keine fünf Meter entfernt. Zum Glück haben wir unseren Guide dabei, der uns alles zeigt und erklärt.


Den letzten Abend auf dem Fluss habe ich lange auf dem Deck gesessen und den Sonnenuntergang über dem Rio Cuieiras beobachtet. Der ruhigste Moment der ganzen Reise.

Mein Resümee
Diese Reise hat mir gezeigt, warum man über den Amazonas nicht sprechen kann, ohne ihn erlebt zu haben. Eine Amazonas-Kreuzfahrt auf dem Zaltana-Riverboat ist der richtige Weg, den Regenwald wirklich kennenzulernen: nicht als Durchreisender, sondern auf Augenhöhe mit dem Fluss. Tchau Brasil – foi um prazer, Zaltana!
Sie möchten den Amazonas selbst erleben?
Eine Amazonas-Kreuzfahrt auf dem Zaltana-Riverboat kombiniert Naturbeobachtung, Begegnungen mit indigenen Flussfamilien, Regenwald-Wanderungen und die Stille des Amazonas – in komfortablen Panorama-Kabinen. Wir planen Ihre individuelle Brasilien-Reise gerne nach Ihren Wünschen! Sprechen Sie uns an.